Der FPV Road Trip von #00 Chris & #16 MaFFa

Odyssee im Ruhrpott

Dies ist die Geschichte von zwei Kloppos auf ihrem Weg gen Süden – aus der Sicht von mir: #00 – Christian. Unsere Mission: FPV! 4 Jahre lang habe ich in der Abendschule an meinem Titel „staatlich geprüfter Techniker“ gewerkelt, 4 Jahre habe ich mich professionell quälen lassen. Diese hammerharte Phase ist nun vorbei. Um mich selbst zu belohnen erfülle ich mir einen persönlichen Traum, den sicher viele schon geträumt haben oder noch träumen: einen FPV Road Trip! Angedacht war eine Fahrt zu tollen FPV Spots rund um das Ruhrgebiet, die ich schon immer einmal besuchen und befliegen wollte.

Natürlich macht man dies nicht allein, ein „Wingman“ musste her. Aber musste ausgerechnet MaFFa zusagen? Das kann ja heiter werden… 4 Tage mit MaFFa unterwegs sein, dem Duracell-Hasen des FPV? Ich brauche Energydrinks, viele. Punkt 1 auf meiner Denkedran-Liste.

Die Planungsphase

Mein Gepäck für den FPV-Road TripSo ein Road Trip soll sicherlich spontan sein, aber ohne sich über geeignete Spots zu informieren geht gar nichts. Hierbei halfen mir Google Earth sowie zahlreiche FPV-Piloten aus der Gegend und Urban Explorer, die ich kontaktiert habe, um etwas mehr über die Umgebungsbedingungen zu erfahren. Schnell war eine Karte mit vielen möglichen Spots erzeugt (Google MyMaps), die einfach per Handy aufgerufen werden können. Unsere Grundlage für die Guerilla-Aktion.

Viel mehr gab es nicht zu Planen, 4 Copter stehen bereit, Zahnbürste, Kissen, Decke, Bargeld, Props, un ab! Maffa hat nen Renault Trafic-Mietwagen organisiert, in diesen Van können wir sorgenfrei alles rein werfen, was vielleicht, eventuell oder unter besonderen Umständen irgendwie nötig sein sollte.

Kurz vor dem Start sieht die Wetterprognose mehr als schlecht aus. Unsere Entscheidung steht fest: No Risk – No Fun! Dies sollte sich  noch als guter Entschluss erweisen.

Tag 1 (Donnerstag)

Heute geht’s los. MaFFa holt mich mit dem Kloppomobil zu Hause ab, kurz abgeklatscht, schnelles Selfie und Maffa auf dem Rasthofab geht die wilde Fahrt. Und was macht man auf einer langen Autofahrt mit zwei Kloppos? Richtig: Udo Lindenberg imitieren, ausgiebig. Wer braucht schon ein Radio? Nach zwei Dosen Monster Energy ist die Zeit für eine Pinkelpause schnell gekommen, am Rasthof holt MaFFa ihn raus… also seinen Copter, ist klar. Ich merke schnell: der Mann ist heiß!

Kurz vorm Ruhrpott kommt langsam die Frage auf: wohin zuerst? Unser erstes Ziel soll der Tetraeder sein, so’n Stück Schrott auf nem Hügel, in Pyramiden-form zusammengeschweißt, groß, schwer, teuer, wohl Kunst oder so. Wir lassen das Kloppomobil unten stehen, schmeißen die Rucksäcke um und müssen nun diesen Berg hoch. Dabei stehen wir vor der Entscheidung, entweder unter Lebensgefahr direkt durch die Büsche und Bäume den feuchten, steilen Hang hoch zu klettern, oder den offiziellen Weg in Serpentinen-manier zu wandern. Variante 2 wäre sicher etwas entspannter gewesen… aber längst nicht so lustig. Zu unserem Glück waren wir dort oben total ungestört und konnten so die ersten Flüge der Tour ohne Stress durchziehen.

Nächster Halt: Ein altes Industriegelände in der näheren Umgebung. Krass, wie schnell man in der nächsten Stadt ist, alles auf einem Haufen hier! Dieses Gelände wurde in einen für jedermann zugänglichen Park umfunktioniert und bietet eine tolle Kulisse für Hobbyfotografen. Hier müssen wir uns abwechseln, safety first. Einer fliegt, einer schaut und sagt an, von wo sich jemand nähert. Die Leute kommen hier aus den hintersten Winkeln hervor, also Obacht. Trotzdem: Ist das geil hier! Das Wetter ist gut und aufgrund des gleich stattfindenden EM-Fußballspiels (ach Fußball… ist uns total egal) von Deutschland ist wenig Fußgängerverkehr hier, läuft bei uns!

Es wird langsam spät, wo pennen wir heute Nacht? Hotel…? Bus…? Es kam die Idee auf, einen Aufruf auf Facebook zu starten, ob uns jemand aus der FPV-Racing Community nicht für eine Nacht aufnimmt, mehr als einen Schlafplatz brauchen wir ja nicht. Der Plan ging auf: nach nur wenigen Minuten stand fest: Wir fahren zu Adam P., unserem Polnischen Busenkumpel aus dem schönen Duisburg. Dort gibt es erstmal ein Bierchen – SCHNITT!

…Haben wir etwa doch Fußball geguckt und das Spiel mit eigenen Soundeffekten etwas aufgepeppt, MaFFa? Irgendwas war…

Tag 2 (Freitag)

Guten Morgen, Sonnenschein! Adam und seine liebste Judy kredenzen uns ein Frühstück, das so manches Hotel vor Neid erblassen lassen würde! Krass! Leider bleibt nicht viel Zeit zum genießen, so sehr die Fachsimpeleien auch Spaß bereiten, die Eskalation muss weiter gehen! Also schnell noch das Badezimmer versifft und weiter geht die wilde Fahrt!

Lost Place in DuisburgUnser erstes Ziel an diesem Freitag: ein verlassener Güterbahnhof. Eine Lücke im Zaun ist schnell gefunden, kurz umgeschaut und durch, Rucksäcke rüber werfen und rein in die Hallen. Für uns zwei Landeier ein richtiges Abenteuer! Die Hallen sind echt weitläufig, teilweise wachsen schon wieder Bäume und Büsche darin, Graffiti, Schutt, kaputte Fenster. Ein wirklich geiler Spot! Genug gestaunt: Zeit zum Fliegen! Wir haben einige LiPos geleert in diesen Hallen, langsam werde ich wieder warm in Sachen fliegen. Die lange Durststrecke in der Prüfungszeit hat Spuren hinterlassen, die aber nach und nach schwinden. Wir sind uns jetzt schon einig: die Tour hat sich jetzt bereits gelohnt.

Vor den Gensace-HallenNächster Halt: Düsseldorf. Wir besuchen unseren Sponsor Gensace Deutschland! Kaum vor den heiligen LiPo-Hallen angekommen begrüßt uns Mitarbeiter Marc auch schon herzlichst. Hier ist man willkommen. Marc gibt uns eine kleine Führung in die Lagerhallen, wir laufen mit offenen Mündern hinterher und staunen: palettenweise LiPos, soweit das Auge reicht! Man hat das Gefühl, Marc ist vorbereitet. Schnell wird auch klar: die Jungs hier haben Bock, sind mit Leidenschaft am Werk und stehen voll hinter ihrem Unternehmen. So muss das! Marc zeigte uns die neuesten Entwicklungen und Produkte, gab uns einen überblick über die unterschiedlichen Geschäftszweige und ließ uns am Restefass mal Lithiumdämpfe schnüffeln, lecker! Unglaublich was die noch so alles machen können mit ihren LiPo-Zellen. Küsschen links, Küsschen rechts, abfahrt! The show must go on!

Das KloPPoMobil in ImmerathWir fahren weiter nach Süden, so weit südlich war gar nicht angedacht, aber wenn FPVMicha1979 (bekannt aus Funk und Fernsehen) einlädt, dann fackeln wir nicht lange. Auf unserer Tour haben wir noch das verlassene Städtchen Immerath besucht, welches in den kommenden Jahren dem Tagebau weichen wird und umgesiedelt wird. Dort war allerdings zu viel Baubetrieb zum fliegen. Etwas abseits machen wir an einer alten Mühle Rast und leeren noch ein Paar LiPos. Schon etwas unheimlich hier, aber auch n bisschen geil.

 

Unser nächstes Ziel ist Bodenheim, irgendwo bei Mainz, das heißt wir fahren nun ne Weile. „Was tun?“ – hätte man sich im Zeitalter vor der Erfindung des Smartphone gefragt. Wir verschicken WhatsApp-Sprachnachrichten an quasi alle FPV Piloten, Sponsoren aus unseren Adressbüchern. Ich beatboxe, MaFFa rappt, Udo Lindenberg ist selbstverständlich auch dabei. Wir haben Spaß, Bauchschmerzen vor lachen. So sitzen wir hier im KloPPoMobil, fahren quer durch Deutschland und brauchen kein Radio. Wie sang einst Freddy Quinn:

„Wir zwei Mann und kein Befehl
und ein Weg, denn keiner will,
Tag ein, Tag aus, wer weiß wohin,
verbranntes Land und was ist der Sinn“

Ich bin überzeugt, Freddy Quinn hat auch so nen Road Trip hinter sich…

Team Kloppokoppter in BodenheimZack, wir stehen vor FPVMicha1979 ihm seinem Haus und machen Klingelstreich… mit Erwischt-werden. Einmal durch die Bude eskaliert, dann fahren wir Michael auffälig hinterher. Es geht zum Friedhof, bzw. dahinter. Dort ist sein Lieblingsspot und wir können bestätigen: es ist schön! Aber schon bald haben die zwei KloPPos Hunger und Michael muss sie füttern. Wir fahren nach Bodenheim vor die Sporthalle, in der heute Abend die Bodenheimer Copter Crew trainieren wird. „Davor gibt es einen Italiener“ … ach FPVMicha1979! Der Laden erweist sich als schlechte Option, da er wohl schon vor geraumer Zeit dicht gemacht hat… ach FPVMicha1979²! Nachdem wir eine Alternative ausgemacht und gegessen haben, startet das Meeting in der Sporthalle. Schön, so viele bekannte Gesichter zu treffen! Wir lernen nun auch Carsten persönlich kennen. Carsten stellt uns heute Nacht sein Sofa zur Verfügung, very geil! In der Halle ist richtig was los, die Stimmung ist gut, tolle Truppe! Ich lasse mich noch in eine Matte eingerollt durch die Halle rollen, bis ich fast kotze, was will man mehr?
Nach dem Hallenfliegen auf nach Frankfurt am Main, krasse Skyline! Wir zwei Landeier staunen erneut. Es ist etwa 4:00 Uhr morgens (wird langsam wieder hell), als wir endlich auf Carstens Sofa liegen und die KloPPo-Äuglein schließen.

Tag 3 (Samstag)

7:30 Uhr morgens. Wir wissen noch nicht genau wo wir sind, aber den Typen der hier wohnt haben wir Brötchen holen geschickt. Danke Carsten, klasse Aktion! Nach einer schnellen Katzenwäsche geht es raus in die nächsten Abenteuer! Wir treffen FPVMicha1979 bei Mc Donalds, irgendwo am Rhein. Carsten, MaFFa und Micha gehen noch rein, ich habe jedoch eine andere Mission: die erste Palette Energydrinks ist leer, erstmal zu Penny! Die Leute an der Kasse gucken mich an: Palette Rockstar-Energy, Glas Meica-Würstchen, ein ganz normaler Einkauf eigentlich… Bin dran, verstehe die Kassiererin nicht. Ich weiß nicht, ob es der Dialekt ist oder ob mein Gehirn durch Schlafmangel, übermäßiges Headbangen und Beatboxen aufgeweicht ist, aber ich kann der Frau nicht folgen. Ich reiche ihr nen Fuffi, das sollte gehen.

Oppenheim Ruine FPVWir fahren zu so ner Burgruine, da es noch früh ist haben wir Hoffnung, dort ungestört fliegen zu können. Der Plan geht auf, wenn auch nur kurzzeitig, nach ner knappen Stunde kommt eine Busladung Rentner zum Brunchen in die Ruine und breitet sich aus. Schade, aber wir räumen einfach das Feld, ein Paar Flüge konnten wir ja genießen, also was soll’s? Wir wechseln die Location und fahren ans Rheinufer, Micha fliegt über den Rhein an einem Frachtschiff vorbei, war geil! 4 erwachsene Männer, die sich freuen wie kleine Jungs, weil die Aufnahme auf der GoPro so geil geworden ist, das gibt’s nur beim FPV Racing! Danach müssen wir leider abschied nehmen, Regen setzt ein, aber wir müssen eh allmählich wieder nach Norden. Mittlerweile fällt der Schlafmangel auch nicht mehr auf, wir sind vollgepumpt mit Meica-Würsten und Energydrinks, Doping für die KloPPos!

Auf der Autobahn kümmern wir uns um unsere nächsten Ziele. Die Ruhrpott Racer haben uns eingeladen, mit ihnen in Dortmund eine Runde zu fliegen, also steht die Richtung fest. Wir fahren über eine große Autobahnbrücke, Eskalation! „POWERLOOOOP“, nächste Ausfahrt nehmen, wir müssen unter die Brücke, koste es was es wolle! Ich bin bisher nie unter einer solchen Brücke geflogen, habe aber immer die Videos im Netz bestaunt, endlich gibt es mal die Möglichkeit. Fazit: sgeil!

FPV Ruhrpott RacerWeiter nach Dortmund, es gießt in Strömen, die Stimmung droht zu kippen. Wir heitern uns gegenseitig mit weiteren spontanen Udo Lindenberg-Imitationen auf. Am Treffpunkt in Dortmund angekommen ist es wieder Trocken. Die Jungs vom Deutschen Wetterdienst scheinen KloPPo-Fans zu sein. Die Ruhrpott-Racer schlagen nun auch auf, und wir werden in die verlassenen Eisenbahn-Werkshallen geführt. Alles ein bisschen schäbiger und schmutziger als das Ding in Duisburg. Während eines Fluges denke ich noch „erstaunlich, dass immer noch nichts kaputt gegangen ist“ – PENG! Ich habe eine Schiene getroffen. Xiaomi Yi und Topplate gehen drauf, wurde auch mal Zeit!

Die Ruhrpott-Racer erweisen sich als tolle Gesprächspartner und gute Piloten. Macht Spaß mit den Jungs! Leider müssen wir weiter, es warten noch weitere Spots auf uns und heute Abend werden wir von Macki (Team Copteritis) begrillt und betrunken gemacht, da wollen wir nicht zu spät sein.

Nach weiteren coolen Spots treffen wir noch Tristan und Timo in Hattingen, um noch ein zwei LiPos zu entladen. Leider werden wir vom Regen überrascht und müssen schnell abräumen. Da kommen die KloPPos ja gerade richtig und können den Jungs beim Tragen helfen.

Auf zu Macki! Der Schickt schon Fotos vom Grill, nun aber mit Bleifuß nach Hamm! Wir haben einen tollen Abend, werden gut bewirtet und haben Spaß mit unseren Tiny Whoops. Um 5:00 Uhr ist Schlafenszeit, schließlich wollen wir um 8 Uhr aufstehen und fliegen gehen (wer braucht Schlaf?).

Tag 4 (Sonntag)

Wenige Stunden später werde ich auf der Luftmatratze wach, neben mir MaFFa. Mein Handywecker prügelt mich aus dem Schlaf und ich ziehe mich an. MaFFa pennt noch… Vor der Tür des Büros, in welchem wir untergebracht sind, warten schon freudig Mackis Hunde. Ich lasse die beiden beim Verlassen des Zimmers rein und genieße, wie MaFFa von einem Mops mit einer kleinen Gesichtswäsche geweckt wird. Mir wird warm ums Herz und ich gehe kacken. Aufgrund des Schlafmangels sind die folgenden Erinnerungen nur noch schemenhaft vorhanden.

Team Kloppokoppter bei Team CopteritisNach einem tollen Frühstück packen wir schnell unser Zeug und fahren zu dem Wald, den Macki vorschlägt. „Ist nicht weit“, sagt er. Wir sind gute 20 Minuten unterwegs… nee, ist nicht weit… ach Macki!
Das Wetter ist heute mal richtig beschissen, es ist kalt, es droht zu regnen. Irgendwo im Nirgendwo (wo wir Racer uns bekanntlich ganz wohl fühlen) steht ein Stück Wald, die Bäume in einem günstigen Abstand zueinander, ideal eigentlich. Wir bauen gemeinsam einen Kurs auf und starten die ersten Flüge. Wäre ich nicht schon so verpeilt mittlerweile, die letzten Tage haben Spuren hinterlassen, die Konzentration fällt schwer. Spaß macht es trotzdem, schon wieder coole Leute zu treffen und gemeinsam die schönste Sache der Welt zu machen, bei der man ne Hose tragen kann. Leider vergeht die Zeit hier im Wald wie im Flug und wir müssen schon wieder weiter… die Heimat ruft!

Auf der Rückfahrt wird uns anhand unserer Gespräche bewusst, dass es vielleicht ganz gut ist, dass wir keine Nachbarn sind: Wir unterhalten uns seit dem Niedersachsen-Wiedereintritt ausschließlich in Englisch, manchmal auch als Udo Lindenberg… der Englisch spricht. Ich entdecke noch eine letzte Meica-Wurst im Glas in der Beifahrertür, geil! Leider ist dieser Trip nun beendet, für uns steht aber mehr als fest: „Dat war geil! Das machen wir mal wieder!“. Wir haben in den vergangenen 4 Tagen sehr viel erlebt, wahnsinnig coole Leute getroffen und sehr viel gelacht.

Vielen Dank an alle, die wir getroffen haben, vor allem danken wir aber unseren Gastgebern, die uns in ihre guten Stuben aufgenommen und uns bestens versorgt haben! Uns so spontan einzuladen, mit 3-4 Stunden Vorlauf, das ist der Hammer! Ihr seid Weltklasse!

After Roadtrip

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